Artikel:2008 - ein schwieriges Jahr für das europäische Versicherungsgeschäft
Aus Das Versicherungs Wiki
Das Jahr 2008 war für viele Finanz- und Versicherungsunternehmen schwierig. Wie dramatisch die Lage ist, wird aber erst jetzt klar, wenn die meisten Finanzabschlüsse veröffentlicht werden. Vor kurzem publizierte auch die CEA (der europäische Versicherungsverband) die Ergebnisse für das vorige Jahr. Diesen zufolge gab es bei allen Versicherern einen nominellen Rückgang von ganzen 7% und einen realen von 11%. Doch diese Zahlen sollte man hinsichtlich der außerordentlich hohen Ergebnisse für die Jahre 2004-2008 beurteilen. Ein besonders hoher Rückgang ist im Bereich der Lebensversicherungen zu verzeichnen. 11% weniger Verträge haben die europäischen Versicherer im vergangenen Jahr abgeschlossen. Das liegt unter anderem an der schweren Konkurrenz, mit der Lebensversicherungsprodukte zu kämpfen haben. Die Banken bieten inzwischen viel lukrativere Anlagen, mit denen man schneller an höhere Rendite kommen kann.
Dafür hat sich aber der Nichtleben-Bereich und vor allem der Bereich der Sachversicherungen als stabil und erfolgreich erwiesen. Auch hier kam es zu einem Rückgang, doch dieser ist im Vergleich zum Jahr 2007 sehr gering. Im Allgemeinen hat die europäische Versicherungsbranche die Finanzkrise deutlich weniger dramatisch als der Banksektor erlebt. Die Banken sollen mit um das Vierfache höheren Verlusten als die Versicherungsgesellschaften kämpfen. Die Frage, die man sich nun stellt ist, ob die Versicherungsprodukte nicht einfach sicherer und lukrativer sind? Mehr als ein Drittel der Verluste in dem weltweiten Versicherungsgeschäft fallen auf die US-Gesellschaft AIG – mit über 90 Mlrd. US-Dollar im Minus.
Im europäischen Kontext entpuppen sich die neuen EU-Mitglieder als Länder mit viel Potenzial in dem Versicherungsbereich. Rumänien, die Slowakei und Bulgarien sind unter anderem die Länder mit dem größten Zuwachs bei den verkauften Lebensversicherungen.
