Artikel:Das Sorgekind der Gesundheitsreform

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Die elektronische Gesundheitskarte macht gerade die Runde. Der neue Schritt von der geplanten und viel besprochenen Gesundheitsreform sorgt um Wirbel noch vor der offiziellen Einführung. Die Karte sollte eigentlich das Leben und die Arbeit von Versicherten, Ärzten und Kassen erleichtern. Doch die privaten Krankenversicherer sehen das anders. Nun steht es fest: die Ausgabe der elektronischen Gesundheitskarte wird ohne Privatversicherte beginnen. Der Verband der Privaten Krankenversicherer habe sich dazu entschlossen, die Ausgabe der Karte einzustellen, wie am Mittwoch in Berlin der Direktor des Verbandes Volker Leienbach erklärte.

Der Grund für den Boykott sei die Tatsache, dass Ärzte, Zahnärzte, Apotheker und Kliniken nicht dazu verpflichtet sind, die Karte einzuführen, anzunehmen und zu verwenden. Ohne eine verpflichtende Klausel sei eben extrem unsicher, wer für die Kosten für den Aufbau der Infrastruktur einspringen wird. Diese beziffert der Verband der PKV auf 360 Millionen Euro. „Solange keine Investitionssicherheit gegeben ist, werden wir uns weder an den Kosten zum Aufbau der Infrastruktur für den geplanten Basis-Rollout der Karte beteiligen, noch weitere Gesundheitskarten im Zuge von Testmaßnahmen herausgeben“, erklärte Leienbach.

Somit werden die Probleme für die Bundesregierung, die vor dem Start des Projekts steht, um eins mehr. Die ursprünglich geplanten Kosten von 1,6 Milliarden Euro für das Projekt, beziffern Finanzexperten inzwischen auf rund 5 Milliarden Euro. Der Verband der niedergelassenen Ärzte qualifizierte die elektronische Gesundheitskarte als ein „Milliarden-Grab“ und forderte seine sofortige Einstellung.

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