Artikel:Der einheitliche Beitragssatz im Zentrum großer Diskussionen
Aus Das Versicherungs Wiki
Mit größter Anspannung wird die Festlegung des einheitlichen Beitragssatzes in der gesetzlichen Krankenversicherung erwartet. Mit der Einführung der Gesundheitsreform werden künftig die Mitglieder aller Kassen den gleichen Prozentsatz für die Vorsorge bezahlen müssen. Das weiß man seit mittlerweile fast einem Jahr, doch die Kritik an der Reform, an dem neuen Beitragsmodell und dem Gesundheitsfonds generell lässt nicht nach. In einem vor kurzem in der „Frankfurter Rundschau“ veröffentlichten Interview warf der Vorstandschef der Techniker Krankenkasse Norbert Klusen den Politikern vor, dass sie den finanziellen Druck auf den Einheitsbetrag selbst „durch Geschenke an Ärzte und Kliniken in Höhe von sechs Millionen Euro“ verursacht haben. So entpuppt sich der Staat laut Klusen als ein „Preistreiber“ und die Kassenmitglieder müssen „einen guten Teil der Zeche“ bezahlen. Der einheitliche Beitragssatz tritt ab 1. Januar 2009 für alle rund 215 Krankenkassen in Deutschland. Laut Finanz- und Versicherungsexperten wird ein Prozentsatz von 15,5 Prozent vorgeschlagen. Zum jetzigen Zeitpunkt zahlen die Kassenmitglieder im Durchschnitt 14,0 % vom Bruttoarbeitslohn, wozu noch 0,9% als Sonderbeitrag kommen. Das bedeutet aber eine Erhöhung der finanziellen Gesamtbelastung in Höhe von mindestens 0,6%. Der Bundesverband der Verbraucherzentrale plant aus dem Grund ein Paket aus Sparmaßnahmen, das die Kassenmitglieder kompensieren soll. Freien Raum dafür besteht laut Gerd Billen, dem Vorstand des Verbandes, vor allem in dem Arzneimittelbereich, bei dem durch eine konsequente Preisregulierung eine Ersparnis von rund 5,6 Millionen Euro erzielt werden kann.
