Artikel:Krankenkassen in Finanzkrise

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Die Lage der gesetzlichen Krankenkassen wird anscheinend immer ernsthafter. Die vom Gesundheitsministerium geplanten Reformen stoßen auf harte Kritik von allen Seiten des politischen Spektrums, gleichzeitig wachsen die Ausgaben der Versicherer und die Stimmen, die für Zusatzbeiträge plädieren, werden immer lauter.

Am vergangenen Mittwoch wurde bei einer Pressekonferenz der Barmer GEK der Arzneimittelreport 2010 vorgestellt. Aus diesem wurde eindeutig klar, was die größten Kostenfälle für die gesetzlichen Krankenversicherer sind. Sehr teure Spezial-Medikamente gegen tödliche Krankheiten wie Krebs sowie Präparate gegen Rheuma und multiple Sklerose formieren den größten Anteil von den Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherer. Ein Behandlungspaket mit diesen Medikamenten kostet pro Jahr bis zu 100.000 Euro. Der Gesundheitsforscher der Barmer GEK Gerd Glaeske schlug einen Ausweg aus dieser Situation vor. Seiner Meinung nach sollen patentgeschützte Medikamente zuerst nur begrenzt kassenzugelassen werden. Erst nach einer Testphase sollte eine neue Bewertung des Nutzens dieser Medikamente erfolgen.

Die Barmer GEK äußerte sich auch über die vom Gesundheitsminister geplanten Sparreformen. Der Vize-Präsident der größten Krankenkasse in Deutschland Rolf Schlenker begrüßte die Initiative von Rösler. Er gab ein Beispiel mit dem Krebs-Medikament Glivec – dieses kostet in Großbritannien 1800 Euro, die deutschen Krankenkassen müssen dafür aber 1000 Euro mehr bezahlen. Solche Probleme und Unterschiede sollten ausgeräumt werden, meint der Gesundheitsexperte.

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