Policenverkauf
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Verkauf der Lebensversicherung
Die durchschnittliche Vertragslaufzeit einer Lebensversicherung beträgt in Deutschland rund 27 Jahre. Doch nur knapp ein Viertel aller Versicherten gelingt es, bis zum Ende der Vertragslaufzeit durchzuhalten. Die Gründe für die vorzeitige Beendigung des Versicherungsvertrages sind zahlreich. Oftmals sind es außerplanmäßige Ausgaben, die den persönlichen Finanzplan aus dem Gleichgewicht werfen und einen schnellen Zugriff auf das angesparte Kapital veranlassen. Aber auch die jährlich sinkenden Renditen lassen einige Vorsorgesparer aufhorchen und überlegen, ob das bisher eingezahlte Geld in einer renditestärkeren Anlageform besser aufgehoben wäre.
Unzufriedenen Lebensversicherungskunden boten sich bisher nur zwei Alternativen: Entweder man stellt den Vertrag beitragsfrei, was aber lediglich die Einsparung der monatlichen Prämie zur Folge hat. Oder man kündigt die Police direkt beim Versicherer. Dies hat allerdings den Nachteil, dass man nur den aktuellen, relativ niedrigen Rückkaufswert erhält und zudem alle vereinbarten Leistungen verliert.
Seit einigen Jahren besteht jedoch die Möglichkeit, eine Lebensversicherung an einen professionellen Policenkäufer zu verkaufen anstatt zu kündigen. Vorteil: Der Aufkäufer bietet Ihnen bessere Konditionen als die Versicherungsgesellschaft und es entfallen beim Verkauf zudem Storno-Entgelte sowie Steuernachzahlungen, die bei einer Kündigung drohen. Des Weiteren bleibt der Todesfallschutz und somit die finanzielle Absicherung Ihrer Familie erhalten, denn der Policenkäufer führt die Lebensversicherung bis zum Ende der Laufzeit weiter.
Vorraussetzungen
Nicht alle Lebensversicherungspolicen lassen sich verkaufen. Folgende Kriterien müssen in der Regel erfüllt sein, um sich ein Angebot erstellen zu lassen:
- Es muss sich um eine Kapitallebens- oder Rentenversicherung einer deutschen Lebensversicherung handeln.
- Der Verkauf von Fondspolicen oder Direktversicherungen aus einer betrieblichen Altersvorsorge ist nicht möglich.
- Der aktuelle Rückkaufswert muss mindestens 5.000 Euro betragen.
- Die Restlaufzeit ist dabei beliebig, sollte jedoch 15 Jahre nicht überschreiten. Der Policenkäufer prüft im Einzellfall nach, ob die Police gekauft werden kann.
Angebotserstellung
Um ein unverbindliches Angebot zu erstellen, benötigt der Policenkäufer folgende Daten:
- Adresse und Geburtsdatum
- Name der Versicherungsgesellschaft
- Versicherungsnummer
- Aktueller Rückkaufswert
- Bisherige Vertragslaufzeit
Vorteile des Policenverkaufs
Eine Kündigung des Versicherungsvertrages ist immer mit finanziellen Einbußen verbunden. Da die Versicherungsunternehmen eine gewisse Stornoquote einkalkulieren und vor allem die Beiträge den ersten Jahre für anfallende Provisionen und Verwaltungsgebühren verwenden, bieten sie den kündigungswilligen Kunden nur einen relativ niedrigen Rückkaufspreis an. Professionelle Policenkäufer zahlen ihren Kunden einen deutlich höheren Preis. Der Verkaufspreis kann dabei bis zu 15 Prozent über dem aktuellen Rückkaufswert liegen. Zudem ist Verkaufserlös für den Verkäufer steuerfrei, denn nach geltendem Steuerrecht geht beim Verkauf der Police die Steuerpflicht auf den Käufer über. Auch die anfallenden Stornokosten werden in der Regel vom Policenkäufer übernommen. Der größte Vorteil beim Policenverkauf beseteht jedoch darin, dass die Todesfallleistung ohne weitere Beitragszahlung erhalten bleibt.
